Über uns

Zur Geschichte der Schützengilde 1862 Weinsberg

 

Über die Anfänge des Bestehens der Schützengilde Weinsberg liegen ab dem Gründungsjahr 1862 Quellen vor. Vor dieser Zeit hat ein städtischer Schützenchor bestanden. Die Schützengilde Weinsberg übernahm die dem Schützenchor gehörige Fahne. Sie stammt aus dem Jahr 1848.

Über Jahre hinweg stand diese Fahne für den Zusammenhalt der Weinsberger Schützen, besonders wenn die Existenz des Vereins infrage stand. Aus ihr wurde immer wieder neue Kraft und neuer Schützengeist geboren.

Am 26. April 1862 erfolgte die eigentliche Gründung des Vereins. Der Vorsitz wurde von Rechtskonsulent Payer übernommen. Einen Monat zuvor, am 26. März 1862 berief Schützenkamerad Payer die Gründungsversammlung ein. Neben Payer wurden auf dieser Versammlung der Kaufmann Koch, Rechtskonsulent Dr. Bock, der Küfer Wilhelm Erath und der Büchsenmacher Krause in den Gründungsausschuss gewählt. Ab dem 26. April 1862 gehörten die Schützenkameraden Koch, Erath, der Rotgerber Schmauk und der Architekt Christian Hildt an. Letztgenannter ist noch heute als Namensgeber für die Hildt-Halle in Weinsberg präsent. Als erster Schützendiener fungierte Kameralamtsdiener Bayer. Nebenbei wird erwähnt, dass in dem Verein damals auch mit der Armbrust geschossen wurde. Genannt wird der Armbrustschütze Hafnermeister Kübler.

Der junge Verein fand von Anfang an die Unterstützung der Stadtverwaltung Weinsberg, die ihm auf städtische Kosten die Erstellung einer Schießanlage im Sparreiss ermöglichte. Von da ab entwickelte sich ein reger Schießbetrieb. Wenig später stellte sich jedoch heraus, dass dieser Platz neben einem schlechten Zugang auch keine Erweiterungsmöglichkeiten bot. Ein Ausweichplatz am Fuße des Hirschberges stieß auf den Widerstand der Reichbahnverwaltung. – Im Jahr 1862 erweiterte die Reichsbahn ihre Anlagen und eröffnete die Strecke Heilbronn-Hall. – Ein Jahr später, im Jahr 1863, wurde der Schützengilde von der Stadt ein neuer Platz hinter dem Steinbruchwald zugewiesen.

Die Finanzierung der neuen Anlage erfolgte zum Teil über Stückdarlehen in Höhe von ca. 100 Gulden, die bei den Mitgliedern unverzinslich aufgenommen wurden. Damals zählte der Verein 40 Mitglieder und ein Ehrenmitglied. Sie kamen aus Eberstadt, Gellmersbach, Hölzern, Lennach, Schwabbach, Weißlensburg, Willsbach und Cleversulzbach.

Die folgenden Jahre waren von permanter Geldknappheit geprägt. Selbst die Beschaffung moderner Büchsen als Vereinswaffen bereitete große Schwierigkeiten. Manches Mal war die Existenz des Vereins infrage gestellt.

Am 16. Mai 1878 wurde der Bau einer neuen Schießhalle beschlossen. Die Finanzierung wurde wieder durch die Mitglieder sichergestellt, indem sie Aktien von Verein erwarben. Von den folgenden Jahren ist in den Chroniken nicht viel überliefert. Aber im Jahr 1921 erwachte die Schützengilde zu neuem Leben.

 

Gruppenfoto anno 1925

Am 28. Juli 1921 fanden sich einige Weinsberger zu einer Sitzung zusammen. Ausgehend von den Beschlüssen dieses Treffens wählten sie am 21. August 1921 Oberamtsbaumeister Karl Rebmann zu ihrem Vorstand. Nach seiner Amtszeit unterstützte er noch über Jahrzehnte die Schützengilde als Ehrenoberschützenmeister. Stellvertreter wurde damals der Bankdirektor Brechenmacher, Zeugmeister wurde Hausmeister Gurrath. Weitere Ausschussmitglieder waren Peter Seitz, der Fabrikant Lorenz, Sattlermeister Gwinner, Buchdruckereibesitzer Wilhelm Röck und Herr Schlette. Stellvertretende Ausschussmitglieder waren Richter, Schlette, Trautwein und der Förster in Weinsberg sowie die Schützenkameraden Maier und Hummel aus Willsbach. Als Büchsenmeister fungierte Votteler. Das Amt des Schriftführers übernahm Notariatskandidat Karl Gurrath aus Weinsberg. Aus dieser Zeit datierte auch die Erstellung der bis heute existierenden Schießanlage am Heerwald. Sie wurde damals nach neuesten Erkenntnissen aufgebaut. Die alte Schießanlage am Steinbruch wurde hingegen aufgegeben. Auch die Schießanlage am Heerwald wurde weitgehend durch die Mitglieder erstellt und durch Mitgliederdarlehen finanziert.

 

 

Am 14. September 1924 wurde die Schießanlage am Heerwald offiziell eingeweiht. Die Vereinsfahne erhielt einen Fahnennagel mit der Jahreszahl 1848.

 

Das Jahr 1945 setzte dem Verein ein jähes Ende. Das Inventar und die Büchsen gingen durch Beschlagnahme verloren. Die Vereinsfahne aber hatte das Mitglied und Fahnenträger Paul Pfeilsticker in sicherer Obhut. EsDSC01995 geht die Sage um, dass er sie vor dem Verlust dadurch gerettet habe, das er allnächtlich auf ihr schlief.

Die Fahne zeigt die Farben schwarz, rot, gold. In der Mitte ist in einem gelben Feld ein Ölgemälde mit der Weibertreuszene dargestellt.

 10. Juni 1953 erwachte die Schützengilde 1862 Weinsberg abermals zu neuem Leben. Der Schießstand am Heerwald wurde durch einige Mitglieder wieder instand gesetzt und das, durch die Kriegswirren stark beschädigte Schützenhaus neu aufgebaut. Die alten Mitglieder der 1945 erloschenen Gilde, Karl Rebmann (Ehrenoberschützenmeister), Paul Pfeilsticker, Karl Häberlen, Gottlieb Klöpping und Otto Hellmach wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Neuer Vorstand wurde Karl Bierenbreier. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt 17 Mitglieder.

Die Schützengilde hatte in der darauf folgenden Zeit einen guten Start. Unterstützt durch Rat und Tat des Ehrenoberschützenmeisters Rebmann, konnte manche Klippe überwunden DSC01980werden. Die Ausrüstung mit neuen Büchsen verschlang viel Geld, die Schießanlagen wurden laufend verbessert. Auch pflegte der Verein neben dem Schießsport die Geselligkeit. Familiäre Feiern und Feste, wie das Frühlingsfest im Jahr 1958 schweißten den Verein fest zusammen.

Als Karl Bierenbreier sein Amt umzugsbedingt zur Verfügung stellen musste, trat Gerd Schenk dessen Nachfolge an. Er leitete die Geschicke des Vereins mit viel Liebe und Freude zur Sache. Die Schießanlage wurde kontinuierlich weiter ausgebaut und auch sportlich war man sehr aktiv. Damaliger Höhepunkt war das Gewinnen der Bezirksfahne „Unterland“ beim Bezirksschützenfest am 26.06.1961 in Backnang. Die siegreichen Schützen waren Karl Klenk, Erwin Klenk, Christian Ludwig und Fritz Häberlen.

Am 29./30.9. und 1.10.1962 fand der Bezirksschützentag in Weinsberg statt und die Schützengilde wurde 100 Jahre alt. Gleichzeitig bekam die alte Schützenfahne ihre Tochter zur Seite, gestaltet nach einem künstlerischen Entwurf des Schützenkameraden Weitzsäcker.

Die neue Fahne begleitet seitdem die Schützengilde Weinsberg auf ihrem Weg. 

Die alte Schützenfahne (welche die älteste Schützenfahne des Unterlandes ist) aber bekam einen ehrenvollen Platz auf dem Rathaus in Weinsberg, da sie durch Alter ergraut und für den offiziellen Gebrauch nicht mehr tauglich geworden ist.

1956

Gerd Schenk gab im Jahr 1964 die Vereinsleitung weiter an Willi Klumpp. Im Jahr 1969 trat Christian Ludwig dessen Nachfolge an. Von 1973 bis 1983 leitete dann Fritz Häberlen die Geschicke des Vereins, gefolgt von Wolfgang Stütz, der die nächste Dekade bis 1993 übernahm.  

Aus der Festrede des Oberschützenmeisters Wolfgang Stütz zum 125-jähriges Vereinsjubiläum am 24. Okt. 1987 in der Hildthalle Weinsberg:

 

„Nach 1962 kehrte etwas Ruhe ein. Trotzdem wurden nach und nach in verschiedenen Abschnitten Um- und Anbauten im Heerwald durchgeführt. Unter der Regie von Oberschützenmeister Willi Klumpp, Oberschützenmeister Christian Ludwig und Oberschützenmeister Fritz Häberlen erhielt unser Schützenheim sein heutiges Aussehen.

Wir verfügen heute über eine recht ansehnliche Anlage mit 6 Luftgewehr-, 6 KK- und 10 Pistolenständen für unsere inzwischen 108 Mitglieder.

Es bestand aber der Bedarf weitere Baumaßnahmen in Angriff zu nehmen. Im Grundsatz ist bereits vorgesehen, ein Gebäude für die Unterbringung von 14 10-Meter Ständen zu erstellen.

Im Augenblick wird die Umgehungsstraße Weinsberg gebaut, sie wird im Bereich des Schützenhauses parallel zur Autobahn geführt; das heißt, dass die Zufahrt über den Hasenmühlweg und dem neuen Feldweg entlang den Hauptverkehrsstraßen bald die fast nicht mehr zumutbaren Schlaglochverhältnisse ersetzt.

Jahresfeiern und -ausflüge werden organisiert und durchgeführt, so dass der gesellschaftliche Bereich nicht zu kurz kommt.

Das 1. Mai Fest wird bei einem Preisschießen mit KK- und Vorderladergewehr von den Gästen ausgetragen.

Beim Jedermannschießen unter den Weinsberger Vereinen und Vereinigungen wird um einen von der Stadt Weinsberg gestifteten Wanderpokal gekämpft.

1976 hat eine Schützenschwester die Landesmeisterschaft im Einzelwettbewerb der Disziplin Sportpistole gewonnen und    

1978 mit der Damenmannschaft Ostfildern die Deutsche Meisterschaft in der Disziplin Sportpistole errungen.

Die Beanstandungen der Schießanlagen durch das Landratsamt Heilbronn, veranlassten uns auch während den Vorbereitungen zum Fest, noch einige kleinere Umbauten zu verwirklichen. Allerdings musste noch dringend die Seitenmauer des KK-Standes erhöht werden.“

 

Im Jahr 1980 wurde hinter dem Vereinsheim ein Brunnen gebohrt, der die Anlage bis heute mit Wasser versorgt. 1983 erhielt die Schießanlage Toiletten. Bauleiter war Fritz Häberlen. Im gleichen Jahr wurden auch die KK-Stände neu gebaut. Die beiden rechten Bahnen wurden umfunktioniert, so dass dort mit dem Luftgewehr geschossen werden konnte – Bauleiter: Werner Strobel. Ebenfalls 1983 erschien erstmalig auch das „Schützengildenblättchen“. Es sollte zweimal im Jahr erscheinen, jeweils im März und Oktober.

Zum 01.05.1984 wurde erstmalig ein Schwein geschlachtet um dann ein Schlachtfest zu veranstalten. Es ist der Beginn des bis heute regelmäßig stattfindenden Maifests der Schützengilde. Ein Jahr später beim Stadtfest 1985 wird zum ersten Mal ein Schinkenschießen in der Schießbude der Schützengilde veranstaltet.

Am 24. Okt. 1987 feierte die Schützengilde in der Hildthalle Weinsberg ihr 125-jähriges Vereinsjubiläum. Wenige Jahre später wurden der Hasenmühlweg und der weiterführende Feldweg zum Schützenheim fertig gestellt.

Am 26.03.1989 wurde in der Schützengilde eingebrochen und es gab ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls gegen Unbekannt. Die Täter konnten jedoch nicht ausfindig gemacht werden.

Mit dem Jahr 1990 begann eine Phase umfangreicher Bauarbeiten.

Am 09.03.1990 wurde der Bauantrag zur Erstellung einer Lufthalle und ein Scheibenlager auf den Grundstücken Flst. 781 und 795/1 Steinweg in Weinsberg der Stadt Weinsberg eingereicht. Da es sich bei diesen Flurstücken um eine ehemalige Obstanlage und um einen Jungwald handelt, wird zunächst eine Umwandlungsgenehmigung nach §9 Landeswaldgesetz, durch die Stadt Weinsberg bei der Körperschaftsforstdirektion in Stuttgart beantragt. Im Jahr 1991 wurden in das Schützenheim im Rahmen der Renovierungsarbeiten Isolierglasfenster eingebaut. 1993 folgt unter Leitung des neuen Vorstands Herbert Gernheuser (1993 – 2007) der Einbau einer modernen Gaszentralheizung. 1997 wurde die Luftgewehr- und Luftpistolenhalle mit 8 Ständen fertig gestellt.

Im Jahr 1999 stand die Erneuerung der Kugelfänge im Pistolenstand (25m-Bahnen) im Mittelpunkt. Zwei Jahre später im Jahr 2001 wurde die Schießanlage um eine Garage ergänzt. Sie dient seit dem als Lagerraum für Rasenmäher und vielen anderen Dingen, die im Vereinsleben gebraucht werden.

Im Jahr 2002 richtete die Schützengilde Weinsberg in der Weibertreuhalle den Kreisschützentag zum 50-jährigen Jubiläum des Schützenkreises Heilbronn. Im gleichen Jahr wird die Schützengilde 140 Jahre alt.

Anfang 2003 begann der Neubau der KK-Kugelfänge (50m-Bahnen). Ein Jahr später 2004 wurden sie fertig gestellt.

Im Jahr 2007 übernimmt Wolfgang Feyl das Amt des Oberschützenmeisters der Schützengilde Weinsberg. Insgesamt bleibt er zwei Jahre im Amt. Während seiner Amtszeit gelingt es dem Verein im Jahr 2008 ein angrenzendes verwildertes Baumstück zu pachten. Der Verein gründet im gleichen Jahr eine Bogenabteilung, die das Grundstück zu einem regional beachteten Bogenplatz gestaltet. Die Arbeiten werden wesentlich von den Bogenschützen Michael Baßler und Ronald Müller vorangetrieben.

Im Jahr 2009 wird Michael Pflederer zum Oberschützenmeister der Schützengilde Weinsberg gewählt.

Im Sommer des gleichen Jahres wurde die Mauer zwischen 25 Meter und 50 Meter Stand renoviert. 2011 schließlich werden die Holzverkleidungen der Schießblenden auf den 25m-Bahnen erneuert.

Neben dem ständigen Streben um den Erhalt der Schützenanlage verzeichnete die Schützengilde in den letzten Jahren auch sportlich ansehnliche Erfolge. So sind Weinsberger Schützen regelmäßig auf den vorderen Plätzen bei den jährlichen Rundenwettkämpfen aber auch bei Bezirks-, Landes- und Deutschen Meisterschaften zu finden. Im Jahr 1976 gewann Bärbel Watzl die Landesmeisterschaften in der Disziplin Sportpistole und 1978 wurde sie in dieser Disziplin zusammen mit der Damenmannschaft Ostfildern Deutsche Meisterin. 2009 wurde die Weinsberger Schützin Verena Stang Landesmeisterin mit der Perkussionspistole, Tanja Albrecht wurde Landesmeisterin mit dem Prekussionsrevolver. Ein Jahr später 2010 erreichte Michael Heil auf den Landesmeisterschaften mit der Steinschlosspistole den zweiten Platz.

Besonders erfolgreich sind auch die Bogenschützen mit Michael Baßler. Er errang gleich mehrere Titel für Weinsberg mit dem Compoundbogen.  

Bei allen sportlichen Leistungen und dem Ehrgeiz, in jedem Jahr wieder ganz vorne mit dabei zu sein, haben die Schützen der Schützengilde Weinsberg jedoch eines nicht vergessen. An erster Stelle kommen die Geselligkeit, die Freundschaft und der Zusammenhalt. Und so sind wir sicher, dass die Fahne der SGI Weinsberg noch viele hundert Jahre wehen wird.

 

Die Vorstandsmitglieder und deren Beisitzer:

Oberschützenmeister

Michael Pflederer

oberschuetzenmeister@schuetzengilde-weinsberg.de

1. Schützenmeister

Michael Heil

schuetzenmeistereins@schuetzengilde-weinsberg.de

2. Schützenmeister

Ulrich Scharf

schuetzenmeisterzwei@schuetzengilde-weinsberg.de

Schatzmeister

Ingrid Gernheuser

schatzmeister@schuetzengilde-weinsberg.de

Schriftführer

Rolf Strobel

schriftfuehrer@schuetzengilde-weinsberg.de

Sportleiter

Uwe Stang

sportleiter@schuetzengilde-weinsberg.de

Jugendleiter

Michael Baßler

jugendleiter@schuetzengilde-weinsberg.de

Beisitzer

Verena Stang, Michael Blass, Herbert Gernheuser, Thorsten Korsch

Schießstände & Disziplinen
Wir haben eine Halle mit 8 Ständen für die Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole.
Ferner sind wir mit 10 Ständen für die 25 Meter Disziplinen ausgestattet. Natürlich mit modernen Kugelfängen.
50 Meter Stände gibt es bei uns 5 Stück.
Unser Schützenheim:
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